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Klein aber oho!

Nach der Rückkehr waren Freunde und Verwandte glücklich überrascht zu hören, dass meine Ausreise aus den USA sich komplikationsloser gestaltet hatte als die Einreise. Kurzfassung der Komplikationen: Irgendein Hanswurst, der so heißt wie ich, hat sich daneben benommen, und da der Name offenbar das einzige ist, was in der Shitlist der Homeland Security gespeichert ist, wurde ich eine gute Stunde aus dem Verkehr gezogen.

Und gestern berichtet Informationsmonopolist Spiegel Online dann das:

Deutsche Behörden warnen in Afghanistan mit einem Plakat vor einem deutschen Islamisten. Jan Sch., Kampfname Hamza, soll Kontakte zu al-Qaida haben. Es gibt Hinweise, dass der Konvertit im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ist und Terroraktionen planen könnte.

Dass mich die fortschrittlichste Nation der Welt mit einem saarländischen Liliputaner verwechselt, das beleidigt mich dann aber doch ein bisschen.

Der dienstliche Ausflug nach Poughkeepsie und Fishkill neigt sich derartig weit dem Ende zu, dass er umkippt. Ich verabschiede mich für ein paar vermutlich internetfreie Tage in New York City. Der Blog geht daher langsam wieder in den Winterschlaf und wächst in nächster Zeit höchstens um ein paar weitere Fotos und ein kleines Postmortem. Vielen Dank für’s Mitlesen und bis nächste bzw. übernächste Woche, wenn ich wieder im Büro bin.

Halbzeit

Wer sich fragt, wo Stephan auf dem Foto im letzten Beitrag da die zwei Apfelsaftflaschen hochhält: Das ist ein Laden, an dem wir hier fast täglich vorbei kommen und der tatsächlich eine beeindruckende Sammlung von Apfelsäften feilbietet. Sucht man bei Google nach „Half Time“, findet man das Geschäft, das auf seiner Homepage mit „The World’s Largest Selection of Apfelsaft“ wirbt, erstaunlicherweise schon an vierter Stelle (zumindest mit US-IP). Ob kölner oder weißer Apfelsaft oder Leipziger Lokalspezialitäten, auch deutsche Getränke haben die Spezialisten zuhauf.

Dirk bei Half Time

Dirk bei Half Time

Übrigens steht an erster Stelle bei Google eine Firma, deren Kurzbeschreibung lautet: „An organization aiming to inspire business and professional leaders to look for a deeper significance in life.“ Passt ja auch irgendwie.

Guckst du

Stephan im Bierparadies

Stephan im Bierparadies

Kleiner Nachtisch in der Riverstation (Eurostück zum Größenvergleich)

Kleiner Nachtisch in der Riverstation (Eurostück zum Größenvergleich)

Gruppenfoto vor Poughkeepsies Hauptattraktion

Gruppenfoto vor Poughkeepsies Hauptattraktion

Mahlzeit!

Muss mich kurz fassen, gleich fängt ein Meeting an. Wir besprechen gleich Carlos’ neues Aufgabengebiet.

Eben waren wir zum Lunch in den East Fishkill Divisions Provisions, auch German Deli genannt. Belegte Brote gab’s, echte deutsche Graubrote. Traditionell deutsch. Meterhoch belegt mit unerschöpflichen Bergen von Corned Beef. Zu den Hardcore-Stullen lecker Himbeer-Snapple und Haribo. Kackungesund also und lässt mich als fette Sau zurückkommen. Aber ich bin hier in Amerika, da gehört das so.

Danach strullern mit Bob. Sehr netter Typ, hat mir ein paar Restaurants empfohlen.

Jetzt Besprechung zu fiiiep fieep fieeeep fiep. Hat schon angefangen. Also bis bald.

Gute Nacht

Schamgezeichnet gestehe ich, dass ich weniger blogge, als ursprünglich geplant. Das liegt zum einen daran, dass hier alles FBI-UFO-Akten-mäßig obergeheim ist und mir Sam Palmisano persönlich eine glühende Kättensäge ins Gesäß rammen würde, wenn ich über den eigentlichen Grund meines Hierseins Details veröffentlichen würde, und zum anderen daran, dass ich fies müde bin. Und ohne Carlos im Zimmer macht es auch eine Spur weniger Spaß. Die Ode an Vin Diesel, das Foto von Dirk im Bierparadies und der Burgerbericht vom Red Robin müssen also noch warten. Sorry.

Willkommen in Amerika

Eigentlich hatte alles ganz gut angefangen. Zug erwischt, Kollegen getroffen, Flug pünktlich. Damit kann man arbeiten.

Aber dann kam die erste Passkontrolle auf amerikanischem Grund. Zuerst schien alles ganz normal. Ich habe brav meine Fingerabdrücke abgegeben und ein Foto von mir schießen lassen. Doch bald wurden Fragen gestellt, von denen ich mir nicht vorstellen kann, dass sie jedem gestellt werden. Welchen Beruf ich denn hätte? OK. Wie oft ich schon in Amerika war und wann zum letzten Mal? Hm. Ob ich meinen vorherigen, nicht mehr gültigen Reisepass dabei hätte? Häh?

Plötzlich war es dann auch wichtiger, mich ins Büro der Sicherheitsbehörden zu eskortieren, als die restlichen USA-Gäste in der Reihe abzufertigen. Die können ja warten.

Ob irgendwas nicht in Ordnung wäre, fragte ich den immer noch freundlichen, aber doch irgendwie angespannteren Officer. Ja ja, sagte er, „just a few double checks“. Er führte mich dann in einen Bürobereich, in dem ca. 15-20 Uniformierte ihren Homeland-Security-Auftrag erfüllten und zwei bis drei potenzielle Terroristen bewachten, die es sich auf den Stuhlreihen bequem gemacht hatten, auf denen ich auch eine Weile warten sollte. Einer dunkelhäutigen Frau wurde gerade mitgeteilt, dass sie eine 10-jährige Verbannung aus den USA erhielt, wofür auch immer.

Zehn Minuten später rief jemand „Jan Sknieder“ durch den Raum, und ich wusste, jetzt geht es weiter. Ich wurde zu einem mir bisher nicht bekannten Officer gerufen, der mir einige weitere Fragen stellte. Augenfarbe, Haarfarbe (ja, er hat mich das gefragt), Größe (die 1,90 m musste er mit Hilfe einer Tabelle in ihm vertraute Einheiten übersetzen), Name der Mutter, Mädchenname der Mutter (wie war der nochmal?), Name des Vaters, Geburtsort. Dann sagte er mir, das könne jetzt etwas dauern, sie müssten einige Telefonate führen. Jemand der so ähnlich heißt wie ich wäre gesucht.

Ach. Ich bin mir sicher, dass eine ganze Menge der 100.000 Jan Schneiders da draußen gesucht sind. Das heißt dann wohl, dass ich bei meinen nächsten USA-Reisen etwas Extrazeit einplanen sollte, richtig? Kann ich wohl mit Tim einen Klub aufmachen.

Ich hoffte innerlich, dass Dirk, der in der Reihe hinter mir stand, beobachtet hatte, wohin ich abgeführt wurde, und mit Christoph auf mich wartete. Denn ob mein Handy in Amerika funktioniert, das hatte ich noch nicht herausgefunden. Und benutzen durfte ich es natürlich auch nicht.

Eine halbe Stunde später hatte ich Gewissheit: Ja, sie hatten gewartet. Die Gewissheit entstand aber nicht aus meiner Freilassung, vielmehr hatte Dirk sich am Eingang des Büros aufgebaut und meinen Namen gerufen. Das kam bei den eher finsteren Beamten im Eingangsberich nur mittelgut an, schließlich war ich noch nicht endgültig als Nicht-Terrorist erkannt. Das konnte ich mir denken und so habe ich zunächst darauf verzichtet, Dirk zu antworten, und nur beobachtet, wie er anfing, mit einem der Officers zu diskutieren. Als ich mich nach einer Weile, die die Diskussion zwischen den beiden dauerte, doch mal anfing, ihnen zu nähern, endete das in einem äußerst strengen „do me a favor and sit down back over there“, sodass ich Dirk nicht sagen konnte, was los war.

Später: Ein Sicherheitsmensch, den ich noch gar nicht kannte, schlich sich von der Seite an mich: „Djän Snyder?“ Ja. Ob ich einen zweiten Vornamen hätte. Nein. Mit einem schmerzhaften „Ouh!“-Laut, der klang, als würde ein 1&1-Servicetechniker, der den DSL-Zugang freischalten soll, feststellen, dass die einzige Telefondose in der Wohnung gar nicht verkabelt ist, zog der Beamte dann wieder von dannen.

Wieder warten. Dann die Erlösung. Eine gute Stunde nach meiner Einlieferung kam jemand zu mir, gab mir meinen Reisepass zurück, und schickte mich mit einem „you are free to go now“ in die Freiheit zurück. Willkommen in Amerika!

Manhattan von oben

Aussicht vom Empire State Building

WAHR – Bis 1968

Liebe Hersteller des Quizspiels, das man in Singapore-Airline-Flugzeugen gegen andere Fluggäste spielen kann, Folgendes ist keine geeignete Frage für ein Quiz:

Syd Barrett war nie Mitglied der Gruppe Pink Floyd.

a)
b) WAHR
c) WAHR – Bis 1968
d) FALSCH

Da hilft es auch nicht, dass Antwort a Richtig war.

Poughkeepsie

Ein freundliches Hallo im Educated-Monkeys-Blog. Diesmal führt uns der Weg nach Poughkeepsie, die Hauptstadt des Dutchess County und ehemalige Hauptstadt von New York, in der die IBM einen Campus betreibt. Diejenigen, die zu Hause geblieben sind (Grüße an Jens!), können im Blog wie zu Chinazeiten ein wenigen an unseren Erlebnissen teilhaben.

Poughkeepsie

Poughkeepsie (Bild: Wikipedia)

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