Ja, die Updates kommen ein bisschen spät. Sorry! Jetlag, lange Fußmärsche durch New York City und Folienmachen erweisen sich in Kombination als nicht besonders blogfördernd. Ich schäme mich sehr.
Trotz unentschuldbarer Verspätung noch ein kleiner Bericht vom Samstag. Am Morgen gab es erst mal ein leckeres Frühstück im Jamaica Quality Inn (Jamaica heißt der Stadtteil, ein Zwischenstopp im Land Jamaika stand nicht im Zeitplan). Eier, Würstchen, ein „Brötchen“ mit „Frischkäse“ und ein Joghurt, der seiner Farbe nach zu urteilen ziemlich radioaktiv war. Warum gibt es eigentlich diese feinen Frühstückswürstchen nicht in Deutschland?
Gut gesättigt ging es dann mit der Long Island Rail Road mitten hinein ins Herz von Manhattan. Wahnsinns-Stadt. Man steigt aus der U-Bahn und steht inmitten riesiger Straßenschluchten. Für Michael und Christian ist es der erste Besuch in New York, aber auch beim zweiten Mal – ich war ja vor zwei Jahren schon mal hier – ist der Anblick noch äußerst beeindruckend.
Während einer ersten Besichtigung der Gegend um den Times Square zog es uns in den örtlichen M&M-Megastore. Hier konnten erste Mitbringsel eingekauft werden (Grüße an Ulrike!), einige mehr, andere weniger geschmackvoll. Kaum hatte Tim ein besonders reizendes Merchandising-Produkt mit einem geseufzten „wer kauft denn bitte so was?!“ kommentiert, da kam Michael auch schon mit einer bunten Tüte voller gleichartiger Produkte aus dem ersten Stock. Hilarious!
Gegen Mittag zog es uns an die Südspitze von Manhattan, Downtown. Das One World Trade Center war bereits höher als gedacht, ein großer Teil der Baustelle ist nach wie vor mit blickdichten Zäunen umstellt. Die Wall Street war abgesperrt, angereiste Touristen konnten stattdessen ein Foto mit einem davor demonstrierenden „War Veterans for Peace“-Rentner in farbenprächtiger Hippie-Kluft machen. Der war zwar eine coole Sau, wir sind aber trotzdem lieber gen Süden spaziert, durch den Battery Park auf die Staten Island Ferry, die tausende Personen gleichzeitig zum Sparpreis von 0 Dollar an der Freiheitsstatue vorbei nach Staten Island befördert.
Touristisch lohnt sich mehr die Fahrt nach Staten Island mit dem tollen Blick auf Lady Liberty und Downtown Manhattan, weniger der Aufenthalt auf der Insel selbst. Immerhin sorgte die fahrbare Imbissbude „The Frying Dutchman“ für großen Spaß, die mit dem Slogan „Get Rich or Die Frying“ wirbt. Diniert haben wir dann aber in einer Pizzeria, die uns eine nette Passantin empfohlen hat. Die schien zwar auf den ersten Blick recht teuer zu sein, die Preise relativierten sich aber, als wir erkannten, dass die Pizzas 16 Zoll Durchmesser hatten und eine drittel Pizza zum Sattwerden völlig ausreicht. Hier zeigte sich auch wieder, dass die Amerikaner nicht gerade Meister der Subtilität sind. Mein Pizza-Sechstel, das mit „with a hint of lemon sauce“ beworben war, war mit einer dicken Schicht Zitronensirup und zwei Zitronenscheiben belegt. Und „Käse“ natürlich. War aber trotzdem lecker.
Zurück auf Manhattan war unser Ziel die Brooklyn Bridge, die über den East River dreimal-dürft-ihr-raten-wohin führt. Der Fußgängerweg führt zwischen den beiden Fahrbahnen entlang, ist allerdings höher gelegen als diese. So hat man von der beliebten Jogging-Route aus auch wieder einen hervorragenden Blick auf die Stadt. Hinterfragenswert war nur unsere Entscheidung, den East River ganz zu überqueren, anstatt, wie von Reiseführern vermutlich vorgeschlagen, auf halber Strecke umzukehren. In Brooklyn mündet der malerische Fußgängerweg nämlich in einer Betontristesse zwischen zwei vielbefahrenen Straßen, die man erst nach einigen Blocks verlassen kann. Hier müssen die Stadtplaner von Brooklyn nachbessern.



